Parallelwelt 520

Ein Zukunftsroman: Abenteuer in einem Paralleluniversum

Kategorie: Uncategorized Seite 1 von 2

Leipzig 2018

Wie verschieden ein- und dasselbe Event ausfallen kann!

Letztes Jahr: flächendeckend die komplette Messe abgegrast. — Dieses Jahr: Konzentration auf Felder und Kontakte/Gespräche, die für mich wichtig sind (Fachprogramm Autoren/Lektoren). Andere Gebiete und Themen zwar auch, aber etwas zurückgefahren.

Letztes Jahr: topfit, aufgekratzt, begeistert. — Dieses Jahr: auch begeistert, aber leider angeschlagen, und deshalb nur “mittel-gut” durchgehalten.

Letztes Jahr: Besucher-Rekord — dieses Jahr angeblich weniger Besucher, aber gefühlt mehr, vor allem am Freitag, der ja eigentlich noch Fachbesucher-Tag war. Erstaunlich, wie viele “Fachbesucher” offensichtlich noch im Schulalter waren und in Gruppen auftraten, die “irgendwie” an Schulklassen bzw. Klassenausflüge erinnerten…

Letztes Jahr: komplett und umweltschädlich mit dem Auto, Anfahrt, Rückfahrt, alles perfekt geflutscht! — Dieses Jahr: mit Flieger – zugegeben, auch nicht

Leipzig

München

umweltfreundlicher, aber Fahrrad war nun auch keine Option – und Öffis, unendlich mühsam! Nicht nur die Rückfahrt, von wegen: Leipzig und das mittlerweile berühmte Schneechaos vom Samstag, 17. März… Auch die Ankunft nervig und unkomfortabel: Am Flughafen Leipzig/Halle keine Info über Bahnverbindungen in die Stadt. Ein sogenannter “Info-Stand” hatte leider keine Info, denn er war – in der ausgehängten Öffnungszeit – nicht besetzt. Um vom Flieger-Checkout zum Bahnhof zu kommen, musste man – gefühlt – den kompletten Runway dreimal hin und zurück latschen! Unendlich lange Fußwege vom Terminal zum zugig-eiskalten Bahnsteig!

Dort Fahrpläne und ein Fahrkarten-Automat, für deren Verständnis und Bedienung man erstmal promoviert haben musste! Aus dem Bedürfnis “Nix wie weg hier!” wurde nix:

  Zug-Taktung: 40 Minuten! Bei geschätzten Minusgraden! — Insgesamt hätte ich mir die Fliegerei sparen können: Mit Fahrt zum und vom Flughafen, Check-in und -out dauerte die Schose mindestens so lange wie eine Zugfahrt!

Aber leid tut es mir totzdem nicht!

Was gleich geblieben ist

Handys: genau wie letztes Jahr im Rekordtempo ausgelutscht! Allerdings war ich dieses Mal vorbereitet und hatte eine Powerbank mit. (Ätsch!)

WLAN und Internet: die Reklame “Wir haben freies WLAN!” war vielleicht nett gemeint, aber die Realität sah deutlich anders, nämlich holperiger aus. Mal ging es, mal nicht. Zwischendurch mal an seinen Dokumenten in der “Cloud” arbeiten blieb jedenfalls im Stadium des “frommen Wunsches” stecken.

Die Toiletten-Situation: Klar, die kann sich gar nicht verändert haben, denn die Einrichtungen sind ja immer noch dieselben. Durchschnittliche Wartezeit in der Schlange der Damentoilette: zehn bis fünfzehn Minuten. — Bei den wenigen männlichen “Usern”, die aus der Herrentoilette kamen, vermeinte ich hin und wieder eine gewisse Häme in der Miene zu entdecken. Kann aber auch mein eigener Neid gewesen sein…

Ach ja, eins ist jetzt doch anders: mein Verhältnis zu diesen neueren elektrischen Händetrocknern, wo man die Hände reinsteckt, die dann von einem Power-Luftstrom quasi “abgebürstet” werden. Das hielt ich letztes Jahr noch für das Nonplusultra der Hygiene. Inzwischen habe ich gelernt, dass die Dinger die reinsten Bakterienschleudern sind!

 

 

Pflichtprogramm für Autoren

Schluss mit dem Nörgeln! Es war nämlich trotzdem wieder richtig gut! Und wichtig! Denn:

Als Autor wird man mal wieder geerdet: Man kann hautnah erleben, wie viele richtig gut schreibende Kollegen es gibt und, wie viel man selbst, auch nach jahrzehntelangem Training, immer noch lernen kann!

Und die Veränderungen in der Branche: Der Unterschied zwischen Verlagsautor und Selfpublishing-Autor scheint sich zu verwischen, wenn nicht gar zu verschwinden. SP-Autoren werden immer professioneller. Verlagsautoren schreiben nicht unbedingt besser als SP-Autoren. — Verlagsautoren bekommen nicht automatisch das bessere Marketing, die bessere Verbreitung, sondern müssen i.d.R. genauso viel wie ihre selbstpublizierenden Kollegen dafür tun, bekannt zu werden.

Matthias Matting: spannend!

Die Anzahl der Ratgeber und Dienstleister rund um’s Publizieren ist “explodiert”, und als potenzieller Kunde von Designern, Lektoren, Publizier-Plattformen, Agenten und Marketing-Spezialisten und ‑ ja, auch das – Kleinstverlagen und Kurs- und Beratungsanbietern, tut man gut daran, sie genau zu vergleichen. Mich zog es besonders zu den Beratern: Die meisten “Großen” waren da, z.B. Literaturcafé-Chef Wolfgang Tischer, Selfpublisher-Bibel-Herausgeber Matthias Matting, “Ober-Lektor” Hans Peter Roentgen und “Lindenstraße”-Autor Michael Meisheit. — “Die erzählen ja alle dasselbe!” erkannte

Wolfgang Tischer: lehrreich wie immer!

meine Kollegin, die mit mir zusammen auf der Messe war, und etwas genervt darüber, dass ich sie erbarmungslos von einem dieser bekannten Namen zum anderen schleppte. Sie hatte nicht ganz unrecht, aber wie auch nicht: Die Thematik war schließlich dieselbe: Gut schreiben, Publizieren, Marketing. Aber trotzdem, die Überschneidungen fand ich eigentlich ausgesprochen interessant, ebenso wie die kleinen Unterschiede, die bei allen gemeinsamen Nennern doch vorhanden waren. — Und, vor allem: Bei jedem von ihnen bin ich immer noch was Neues und Wichtiges gewahr geworden!

Denn: Es gibt ein paar, wie soll man es nennen, Lehrsätze, Erkenntnisse, Wahrheiten, die einfach grundlegend sind, und die deshalb alle aufgreifen müssen. Gut, wenn man das schnallt! Welche das sind? Einen will ich herausgreifen: Gaaaanz, gaaaanz viel Arbeit und Zeit-Investition!

Kollegen und Vorbilder

Und dann natürlich die vielen Autoren und -Lesungen! Die Großen der SP-Fraktion wie Poppy J. Anderson, Vera Nentwich, Emiliy Bold, ebenso wie bekannte Verlagsautoren, z.B. Andreas Eschbach. Susanne Rocholl. Und-und-und! Und auch neue Autoren, die ich bis dahin noch nicht kannte, wie z.B. Monika Pfundmeier. Es lohnte sich, ihnen zuzuhören! — Hihi, und was mir so ganz nebenbei Merkwürdiges auffiel: Sehr viele Autoren tragen bei ihren Lesungen Hüte!

Er hier hat ein wunderschönes Gedicht vorgelesen. Leider konnte ich nur kurz zuhören, weil ich auf dem Weg zu einem Termin war. Deswegen weiß ich leider auch nicht, wer er ist. Info wird dankbar entgegengenommen!

 

 

 

Er hat ebenfalls meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen: Cartoonist Kümmel, alias Dirk Hübner, dem man beim Zeichnen über die Schulter blicken konnte. Auch er übrigens mit Hut. 😉

 

 

Manga Comic Con

Ja, und dann natürlich wieder der Augenschmaus der Cosplayer! Daran kann man sich einfach nicht sattsehen! Auch wenn sie i.d.R. bereits vorhandene Vorlagen präsentieren, Film-, Game- oder Comicfiguren — aber mit wieviel Enthusiasmus und Fantasie!

 

 

Klima-Abkühlung

Die Heimreise fiel dann für alle, die sich am Samstag auf den Weg machten, richtig heftig aus! Sechs Grad minus und zwanzig Zentimeter Schnee! Das reichte dem Leipziger Bahnhof, um dicht zu machen! In den Medien habe ich ein paar Tage später gehört, dass das möglicherweise eine “betriebswirtschaftliche” Entscheidung gewesen sein könnte: Einen Zug ausfallen zu lassen, käme billiger als Weichen aufzutauen…

Nach meiner hierdurch verursachten “Rallye” über die Autobahn nach Erfurt (Danke nochmal für’s Mitnehmen!) und dort dann, zusammen mit hunderten genervten Fahrgästen, stundenlangem Warten auf einen Zug nach München, und dann darauf, dass der endlich losfuhr, werde ich im nächsten Jahr solchen “betriebswirtschaftlichen” Parametern wohl aus dem Weg gehen.

 

failed states / zerfallene Staaten

Im Roman wird – in der ersten Staffel – eine sehr reduzierte Welt dargestellt. Anstatt wie in vielen Zukunftsromanen üblich, technologischen Fortschritt darzustellen, beschreibt “Parallelwelt 520” eine Welt – fast – ohne Computer oder Handy, mit zerstörter bzw. verfallender Infrastruktur, wie Straßen oder Verkehrsmittel, oder auch allgemeine Armut und kaputte Gesundheit.

Ist das nicht ein bisschen sehr pessimistisch bzw. unrealistisch? In Wirklichkeit werden wir gegen Ende des 21. Jahrhunderts doch wahrscheinlich in ungeahntem technologischem Fortschritt leben… Künstliche Intelligenz, Virtual Reality, Gen-gekrisperte Kinder, Retortenfleisch, unendliche Energie dank… ja, das weiß jetzt noch keiner!

Vielleicht. — Aber vielleicht entwickelt es sich auch anders. Anzeichen dafür existieren bereits in unserer Welt. Das schöne fortschrittliche Leben, das wir führen, mit wenig anderen Sorgen als das neueste iPhone, die angesagtesten Klamotten oder die stylischste Wohnung, etc., dieses Leben haben nicht alle Zeitgenossen auf dem Planeten. Eigentlich trifft es sogar auf die wenigeren zu…

Da gibt es Länder, die werden als “failed state” bezeichnet: “zerfallene Staaten”. Das sind Länder, in denen es quasi keine Regierung mehr gibt, meistens als Ergebnis von Kriegen oder eines Macht-Putsches. Da kämpfen Warlords und Gruppen um die Macht, oft Jeder gegen Jeden. Keine der Kampfparteien interessiert das Wohl der Bevölkerung, sondern ausschließlich ihre Macht. Und dafür gehen sie – sprichwörtlich – über Leichen!

Das gilt ebenso für Länder, die zwar einen Machthaber haben  ‑ oft bezeichnen die sich mit dem demokratischen Ausdruck “Präsident” ‑, der aber nicht wirklich gewählt, sondern per Putsch an die Regierung gekommen ist. Und dann im Amt bleibt nicht für eine oder ein paar Wahlperioden, sondern für Jahrzehnte! Und wenn sie wirklich einmal abtreten müssen, z.B. durch Tod, dann gibt’s keine Neuwahl, sondern der Sohn ist der Thronfolger: So z.B. Bashar Al Assad in Syrien, Kim Yong Un in Nordkorea. Im Irak hatte Sadam Hussein schon seinen Sohn entsprechend installiert; nur ist ihm dann der Krieg in die Quere gekommen. Was es für das Land nicht besser gemacht hat! Alle diese Herrschaften sind nicht an den Menschen in ihrem Land interessiert, sondern daran, aus dem Land so viel Reichtum herauszuholen wie möglich. Korruption, Betrügerei, Lügen und Gewalt-Gewalt-Gewalt!

Und während die Machthaber solcher merkwürdiger Weltecken in unglaublichem Reichtum und Luxus leben, sieht es für die Menschen, die das Pech haben, dort leben zu müssen, ganz anders aus.

Wie ist das, in einem failed state zu leben?

Man wird nicht durch Gesetze geschützt, sondern ist der Willkür der Machthaber ausgeliefert, siehe sogar Türkei (die noch nicht einmal zu den failed states gezählt wird): Wenn jemand findet, dass du ins Gefängnis gehörst, wirst du gefangen genommen, und es gibt nichts und niemanden, das/der dir helfen kann. Kein Anwalt, kein Gesetz, auf das du dich berufen kannst. Du kannst gefoltert werden, und niemand ist da, bei dem du dich beschweren kannst. Niemand holt dich aus dem Knast wieder heraus. Du kannst umgebracht werden, und es schert niemanden.

Und wenn jemandem, z.B. den Milizen des Machthabers, dein Haus, deine Frau, dein Eigentum gut gefällt, na, dann wird eben ein bisschen geplündert und vergewaltigt.

Infrastruktur

Während unsereins täglich in sein Auto, gerne ein SUV, steigt oder zur nächsten U-Bahn, -Bus- oder Straßenbahnhaltestelle geht, existiert dergleichen quasi nicht. Straßen, öffentliche Verkehrsmittel, Busse, Eisenbahn, geschweige denn U-Bahn gibt es nicht oder wurde zerstört. Wer unterwegs sein muss, muss sich u.U. auf seine Füße oder auf archaische Verkehrsmittel verlassen wie Fahrrad oder gar Pferd und Wagen.

Arztbesuch oder Behandlung im Krankenhaus: bei uns selbstverständlich. In Staaten wie z.B. Somalia ebenfalls quasi nicht existent. Im günstigen Fall kommt man nach einem Tagesmarsch zu einer UN-Klinik, in der ein paar überarbeitete “Ärzte ohne Grenzen” verzweifelt gegen das Elend ankämpfen. Brauchst du allerdings ein wirksames Medikament, wie z.B. Antibiotika: gibt es sehr wahrscheinlich nicht! Dann ist man ziemlich schnell in Lebensgefahr!

Krankschreibung wie bei uns gibt es natürlich auch nicht. Aber das ist auch schon egal: Denn einen Job hättest du in so einem Land höchstwahrscheinlich auch nicht.

Lebenserwartung:

Während wir auserlesene Nahrung essen, uns fit halten und überhaupt alles tun – und dies auch können ‑, um ca. 90 Jahre alt zu werden, sieht es in Teilen der Welt ziemlich anders aus: Wenn man die Liste der Failed States runterliest, fällt eine Gemeinsamkeit auf: Die Menschen werden nicht älter als um die 50 Jahre. — Das ist knapp mehr als die Hälfte unserer Lebenserwartung.

 

Wohnen und Leben

Unsereins schlufft morgens ins Badezimmer, wirft die elektrische Zahnbürste an und dreht die Dusche auf, aus der schönes warmes sauberes Wasser kommt. — Das dürfte in Somalia, Syrien, dem Tschad oder Pakistan ein Problem sein. Denn es gibt oft nichtmal Wasser aus der Leitung, und wenn doch, dann wahrscheinlich verschmutzt und gesundheitsgefährdend! Überhaupt sauberes Wasser! Ohne Abkochen geht gar nichts! In vielen Ländern muss man Wasser sogar mühselig aus einem Brunnen oder sonstiger Quelle kilometerweit nach Hause schleppen.

Und wo Wasser so rar ist, bringt es auch nichts, seine Wohnung zu putzen, das geht schlicht nicht. Also lebt man in diesen Ländern mitten im Dreck! Mit dem Dreck kommt Ungeziefer, und mit diesem Krankheiten! Und wenn du dann einen Arzt brauchst… siehe oben!

 

Und es gibt sogar Länder und Gegenden, in denen die Menschen nichtmal ein Klo haben. Wen es “drückt”, der hockt sich irgendwo in die Landschaft. In manchen Ländern ist das Fehlen von Toiletten sogar ein Geschäftsmodell: Da ziehen Dienstleister von Wohnung zu Wohnung und nehmen – gegen Entgelt – den Inhalt des Nachttopfes mit.

Bei uns sitzen wir abends zu Hause und haben per Knopfdruck elektrisches Licht. In Nigeria, Kongo oder Haiti Fehlanzeige; da hast du Glück, wenn es Kerzen oder Öllampen in der Hütte gibt.

Nahrung

In einem “Failed State” darfst du nicht heikel sein. Gluten- oder Laktosefrei, Bio- oder vegan — kannst du vergessen! Und erst recht natürlich Kaffeekapseln. Geschweige denn “Thermomix” & Co. — In diesen Ländern geht es nur um eins: halbwegs satt werden! Und da sucht man sich sein Abendessen schon mal aus der Mülltonne und wäscht das angerottete Gemüse im Wasser der Straßenrinne.

Medien und Internet

(s. auch meinen letzten Blogartikel) ist i.d.R. vor allem möglich, wenn man elektrischen Strom hat, denn ohne gibt es keine Computer, geschweige denn Internet. Auch TV und Radio sind ohne Strom nicht funktionsfähig.

Handy: Geht nur, wenn die entsprechenden Funkzellen vorhanden sind.

 

Überhaupt: Energie und elektrischer Strom

Dass man ohne Strom keinen Kühlschrank betreiben kann, ist vielleicht ein kleineres Problem, denn man hat entweder keinen Kühlschrank, oder man hat nix drin, was es zu kühlen gälte.

Kochen mit Elektro und auch Heizen geht aber auch nicht.

Na, macht nix, das kann man natürlich auch auf althergebrachte Weise mit offenem Feuer. Dazu braucht man nur ein bisschen Kuhdung oder, wenn man den nicht hat, ‑ weil die letzte Kuh längst aufgegessen oder verhungert ist, oder beides ‑, holzt man mal eben ein paar Wälder ab. Regenwald darf auch dabei sein.

Geld

Hat entweder keiner, bzw. nur der Regierungschef, oder es ist nichts wert.

Die Liste könnte man noch ein paar Meter weiter führen. Es lohnt sich, mal bei Amnesty International reinzuschauen, oder sich diese Liste anzusehen: https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/thema_nt/article129044598/Failed-States-gescheiterte-Staaten.html

oder: http://www.laenderdaten.de/indizes/failed_state_index.aspx

oder: https://en.wikipedia.org/wiki/List_of_countries_by_Fragile_States_Index

Alles in allem führen diverse Ranking-Listen der “failed states” fast 40 Staaten auf, die praktisch als gescheitert gelten. Ein riesig großes Mittelfeld gilt als “Achtung!” bis “am Abrutschen”. Demgegenüber sind die stabilen Staaten nur einige wenige.

Um bis zum Ende des Jahrhunderts weltweit den tollen Zukunfts-Standard zu erreichen, den wir uns erträumen, müssen wir uns wohl noch gewaltig anstrengen. Sonst dürfte es im Jahr 2089 tatsächlich ein bisschen so aussehen wie in der “Parallelwelt 520”

 

 

Das Ende des Internet?

In nur wenigen Jahren haben sich Internet, eMail, soziale Netze und überhaupt alles Elektronische zu einem völlig selbstverständlichen Bestandteil unseres Lebens entwickelt. Ohne Elektronik geht nichts mehr!

Und trotzdem gibt es im Roman “Parallelwelt 520”, der im Jahr 2089 spielt, kein Internet mehr. Ist das denn realistisch?

Schauen wir uns die Situation an:

So komfortabel wie alles Elektronische ist, aber es zeichnen sich erste, ziemlich ernste Störungen und Beeinträchtigungen ab.

EMail — Höchstes Misstrauen und äußerste Wachsamkeit sind geboten!

Da kommt eine eMail, z.B. mit dem Logo unserer Bank oder von paypal, in der unsere Zugangsdaten verlangt werden. Weil man angeblich irgendwas nachprüfen muss. — Nicht, dass wir das einfach so glauben; so blöd sind wir nicht mehr. Wir wollen schon genauer wissen, was da los ist… und klicken auf den Link! Und ZACK! Schon ist es passiert!

Nutzer-Daten sind quasi bares Geld für die Bösen Buben, und entsprechend sind ganze Legionen von ihnen mit unendlich vielen Tricks hinter unseren User-Daten her! Identitäts-Diebstahl und Zugangsdaten!

Mit unserem Konto werden Waren eingekauft, unser Bankkonto wird leergeräumt… Unter unserem Namen werden falsche Mails versendet… Oder über eMails schleust man uns Malware in den Computer, z.B. Verschlüsselungs-Software, mit der man uns entweder erpressen oder sonstwie Schaden anrichten kann.

Gerade aktuell: Ransomware droht Browserverlauf an alle Kontakte zu senden: “LeakerLocker” sperrt User aus dem eigenen Smartphone aus und verlangt 50 US-Dollar, damit Fotos und Nachrichten nicht veröffentlicht werden. — Und die nächste Neuheit wartet mit Sicherheit schon hinter dem Horizont.

Also: Komfortabel ist das eMailen eigentlich nicht mehr.

Aber das ist es ja nicht allein…

 

 

Eine neue Dimension in der Kriminalität

Bei der Schädigung von Privatpersonen und ihren Computern, Daten und Konten machen die Bösen Jungs natürlich nicht Halt… Ganze Server und Firmen-Netzwerke werden gehackt und infiziert, um entweder Daten abzugreifen oder sogar zu manipulieren.

Tatsächlich kann es passieren, dass vernetztes Arbeiten, an das wir uns so schnell gewöhnt haben, nicht mehr möglich ist, ohne Gefahr zu laufen, einem Hacker-Angriff zum Opfer zu fallen. Erste Firmen und Institutionen haben kürzlich bereits damit angefangen, ihr Internet abzuklemmen und wieder offline zu arbeiten — wie in der “guten alten Zeit”!

Und wir Individual-User finden es längst völlig normal, unsere Daten nicht nur auf einem einzigen Computer zu haben, sondern sie möglichst mehrfach auszulagern und netzunabhängig zu sichern, auf Sticks, auf externe Festplatten, oder sogar zusätzlich auszudrucken. — Und wir sind mächtig gut beraten, es so zu machen!

 

Böse Netze

Aber nicht nur das Schädigen, Ausspionieren und Hacken ist Alltag geworden. Die schlimmen Finger haben natürlich auch die Vorteile des Vernetzens erkannt und nutzen sie, in der Regel sogar erfolgreicher und effizienter als unsereins. Ob das politische Extrem-Organisationen sind, Porno-Ringe, inklusive Pädophilie, Waffenhandel oder simple “Allerwelts-Kriminalität” — all denen stehen mit den neuen Technologien jetzt nahezu unbegrenzte neue Möglichkeiten zur Verfügung!

Gerade erst, im Juli 2017, konnten FBI und Europol die weltweit agierende Kinderporno-Plattform “playpen” im Darknet ausheben: 900 Festnahmen, knapp 300 missbrauchte Kinder! 150.000 Nutzer weltweit! — Möglichkeiten, die nur das Internet bietet.

Genau diese Szenarien bieten vielen Regierungen einen willkommenen Ansatzpunkt, um ins Internet einzugreifen…

 

Big Brother schaltet dir das Internet ab!

Immer mehr Länderregierungen klemmen ihren Bürgern das Internet ab oder erschweren den Zugang, ob richtige Sperrungen oder heimliche Löschungen oder erschwerte, verlangsamte Ladezeiten und technische Störungen. Es gibt jede Menge Möglichkeiten, “Otto-Normal-Surfer” das Surfen zu vergällen oder schlicht unmöglich zu machen. — Der Chaos Computer Club berichtete auf seinem letzten Communication Congress in Hamburg von einem rasanten Anstieg der Internet-Zensur weltweit (https://netzpolitik.org/2016/stand-der-internetzensur-2016/)

Zu demselben Ergebnis kommt die Open Net Initiative (ONI), ein Zusammenschluss von Forschern der Universitäten von Toronto, Oxford, Cambridge und der Harvard Law School, der das Zensurtreiben auf dem Globus scharf beobachtet und minutiös dokumentiert.

Auf ihrer sehr aussagestarken interaktiven Weltkarte (http://map.opennet.net/) kann man erkennen, dass die führenden Weltregionen in dieser “Disziplin” Asien und Russland sind:

Wobei wir allerdings unterscheiden müssen zwischen Ländern, die zum Zweck der Zensur wenigstens noch Gesetze erlassen und solchen, in denen der Boss (z.B. die Herren Erdogan, Kim Yong Un oder Bashar Al Assad), einfach per Befehl abschalten lässt, was ihm nicht in den Kram passt. — Der gemeinsame Nenner aber bleibt: Kontrolle, Zensur, Isolation der Bevölkerung.

In China heißt die Zensur “Große Firewall”. Nicht nur Facebook, Google, Twitter sind in China gesperrt, “Einfach so” ins “world wide web” kann man in China grundsätzlich nicht. Jeder Internet-Dienst muss in China beantragt und genehmigt werden, auch App Stores. Wer diese Zugangsbeschränkung umgehen möchte, muss VPN, “virtual private networks” benutzen. Das sind verschlüsselte Verbindungen mittels spezieller Software, mit denen man die öffentlichen, zensierten Kanäle umgehen kann. Aber erlaubt ist das natürlich nicht, und selbst das Anbieten solcher Software steht seit Anfang 2017 unter Kuratel.

Nordkorea ist natürlich das Paradebeispiel. Im September 2016 erschien ein Spiegel-Artikel, der berichtete, dass es in Nordkorea genau 28 Internet-Seiten gibt, die öffentlich zugänglich sind. — Allerdings gibt es ein von der Regierung betriebenes Intranet. Aber was hat das mit freiem Internet zu tun… Andererseits, bei aller Zensur, kann der einfachen Bevölkerung das Internet im Grunde schnuppe sein, denn kaum jemand dort hat die technischen Möglichkeiten, überhaupt ins Internet zu kommen.

Ebenfalls in die asiatische Zensur-Gruppe gehören die Türkei, Russland, Afghanistan, Weißrussland, Myanmar, Iran, Malaysia, aber auch Südkorea und Thailand, Turkmenistan und Usbekistan.

Ebenfalls unmöglich ist die freie Internet-Nutzung im Iran: Facebook, Amazon und YouTube waren seit 2006 komplett gesperrt, der große Rest extrem gefiltert. Und seit 2016 gibt es überhaupt nur noch ein nationales Internet, ein vom Rest der Welt isoliertes, auf den Iran beschränktes Datennetzwerk.

In Afrika ermittelte ONI Daten über Libyen, Saudi-Arabien, Syrien, Tunesien (inzwischen gelockert bis auf die Sperrung pornografischer Seiten), Vereinigte Arabische Emirate, Äthiopien.

Auch in Kuba werden staatskritische Nachrichtenportale und Anbieter wie Skype zensiert, und ebenso auf den schönen Malediven,

Und wie sieht es in der sogenannten “freien Welt” aus? Hier macht man sich wenigstens die Mühe, Gesetze zu erlassen, nach denen dann gehandelt werden muss.

In Australien und Neuseeland sind kinderpornografische Seiten gesperrt. (Wogegen man ja  nichts sagen kann.)

Auch in den USA und Kanada ist es längst nicht so frei, wie sie immer behaupten. ONI bezeichnet die USA als eins der am stärksten regulierten Länder der Welt. Dabei geht es nicht allein um “anrüchige” Seiten. Darüber hinaus ist z.B. der Zugang zum Portal WikiLeaks Regierungsangestellten verwehrt, und auch Studenten, die eine Berufslaufbahn bei der Regierung planen. Außerdem bemüht sich die neue Regierung, viele öffentliche Informationsportale, z.B. von Ministerien, der Öffentlichkeit vorzuenthalten.

Auch in Europa kommt man im Internet nicht überall hin. Dabei handelt es sich jedoch um wirklich anrüchige Seiten, z.B. Darstellungen von Kindesmissbrauch. Solche Seiten sind gesperrt in Dänemark, Finnland, Italien, Neuseeland, Norwegen, Schweden und der Schweiz, sowie im Vereinigten Königreich (wo allerdings ein anderes Contentfiltersystem eingesetzt wird (Cleanfeed)). In Deutschland – bis jetzt noch – nicht. Außerdem gibt es in Europa einen Aktionsplan zur EU-weiten Bekämpfung von Internetkriminalität. Auch Glücksspiel-Seiten, gewaltverherrlichende, rechtsextreme oder urheberrechtlich bedenkliche Webseiten und Filesharing-Netzwerke stehen auf einem Forderungskatalog für Sperrungen (in Frankreich z.T. bereits umgesetzt).

Das klingt ja zumindest noch ein bisschen nach “Saubermanns”, denn es sind ja offenbar nicht Seiten, die der Regierung aus politischen und/oder machtstrategischen Gründen missfallen.

Aber was soll man von den Schweizer Gepflogenheiten halten: Dort ist man auch streng mit justizkritischen Seiten.

Und bei uns?

Auch deutsche Behörden behalten das Internet scharf im Auge. Deutschland wurde 2010 von Google als Weltmeister im Stellen von Lösch-Anfragen bezeichnet, zusammen mit Brasilien. Dabei ging es in Deutschland, den Angaben zufolge, um “legitime” Anliegen wie Falschmeldungen, Durchsetzung von gerichtlichen Anordnungen, Verleumdungen, illegale Seiten wie verfassungsfeindliche Neonazi-Angebote oder Sites von Holocaust-Leugnern. Deutschland hat hier schärfere Verbote als andere europäische Länder.

Ein paar Jahre später stehen Fake News und Hassbotschaften im Fokus, die Kanzlerin Merkel und Justizminister Maas gerne eliminieren möchten.

Und schon sind wir bei der nächsten Fiesität:

In den Klauen der Algorithmen!

Seit der Trump-Wahl in aller Munde: Fakeseiten und Meinungsroboter die zu einer Verfälschung von Meinungsbildern führen könnten. Die Auswahl von Nachrichten wird durch Algorithmen gesteuert, womit erreicht wird, dass bestimmte Meinungen immer weiter verstärkt werden.

Das kann Wahlen beeinflussen, die damit nicht mehr den Willen des Volkes abbilden, sondern von Interessengruppen manipuliert werden. So kommen Regierungen an die Macht, die das früher vielleicht nie geschafft hätten! — Die Folgen kann man sich auch mit wenig Fantasie ausmalen.

Kanzlerin Merkel und Justizminister Maas sind der Meinung, dass “wir mit diesem Phänomen umgehen und nötigenfalls auch Regeln erlassen müssen.”

Aber auch das ist noch lange nicht alles, sondern vielleicht gerade mal der Anfang…

Cyber-Krieg ist keine Utopie mehr

[media-credit name=”Quelle: pixabay” align=”alignnone” width=”629″][/media-credit]

Im Roman wird beschrieben, dass vor dem weltweiten Abschalten des Internet ein Cyber-Krieg stattgefunden habe, in dem die kriegführenden Nationen sich gegenseitig ihre Infrastruktur zerstört hätten…

Hey, das ist gar keine Fantasie! Das passiert schon längst!

Neben Erpressung, Datenklau und Konten-Leerräumen sitzen in den Kellern von… ja, das wüsste man gern… die Computer-Genies und programmieren Software, mit denen in die Steuerungen von Kraftwerken (und ja, auch AKWs), Bahnhöfen, Flughäfen samt Fliegern, Stromversorgungs-Leitstellen und,und,und eingegriffen werden kann.

Punktueller Stromausfall ist schon fies genug! Aber was, wenn in einer ganzen Region jeglicher Strom ausfällt?! Und das nicht für ein paar Stunden, sondern tage- oder sogar wochenlang?

Wenn keine Züge mehr fahren können und keine Flieger mehr abheben…

Wenn kein sauberes Wasser mehr aus unseren Leitungen kommt…

Wenn die Kassen von Supermärkten nicht mehr funktionieren…

Wenn die Tankstellen unsere Autos nicht mehr betanken können…

Die Liste könnte man jetzt noch endlos fortsetzen. Denn es gibt nicht mehr viel, was ohne elektronische Steuerung noch funktionieren würde!

Deswegen spielt “Parallelwelt 520” mit einem Szenario, in dem genau das passiert ist. Da wurde die Welt durch einen Cyber-Krieg verwüstet. Vernetzung ist abgeschafft, und selbst in der Offline-Welt funktioniert nichts mehr ohne Krücken und Tricks. Und die nicht mehr vernetzten Computer sind alles, nur keine zuverlässigen Datenspeicher mehr. Auch deshalb, weil die Stromversorgung nicht mehr funktioniert. Was soll ich dann mit einem Computer?! Deswegen hat man alle Daten auf mindestens zwei verschiedenen Medien: neben den Computern auch das gute alte Papier, bzw. ein Nachfolge-Medium, denn mit Rohstoffen, z.B. Bäumen – aus denen wird heute Papier noch gemacht – sieht es 2089 ziemlich mau aus!

Fantasie? — Nicht unbedingt: Noch können wir aus dem Vollen schöpfen: Strom ist immer da: Licht, Wärme, Kühlschrank, Dusch- und Badewasser funktionieren auf Knopfdruck, ebenso wie PC, Videorecorder, Telefon. Wenn wir Hunger haben: Der Supermarkt ist gleich um die Ecke, und da gibt es alles, und-und-und.

Damit gehören wir allerdings zu einem ziemlich kleinen und glücklichen Teil der Weltbevölkerung. Die Menschen z.B. in Somalia, Jemen, Palästina, Syrien, Afghanistan, ja auch in Ländern wie der Ukraine und wo-nicht-noch-alles könnten die Zustände von “Parallelwelt 520” schon heute wohl ziemlich gut nachvollziehen…

Gummi-Emma oder Sex-Roboter?

[media-credit name=”pixabay” align=”alignnone” width=”629″][/media-credit]

In Mrs. Flytes Puff (Folge 7) wird im Jahr 2089 Sex immer noch wie eh und je von echten Frauen geliefert. Ist das denn realistisch? Das könnte doch viel besser durch künstliche, elektronische Hilfsmittel geleistet werden, z.B. Roboter bzw. Androiden…

Ich habe mich also aufgemacht und mal recherchiert. Und bitte: Was jetzt folgt, ist keine “Dissertation”, sondern meine individuelle Ausbeute, weit entfernt von Vollständigkeit, geschweige denn mit irgendeinem Anspruch darauf.

 

Rückschau

“Ey, Kalli! Wat kosten denn die lila Kondome mit den Sensitiv-Noppen?” brüllt es aus dem Lautsprecher durch den ganzen Supermarkt, und die betroffene Kundin – es ist immer eine Frau –  wird vor Verlegenheit puterrot.

Huaaahhaahaa, witzig, witzig… Ich glaube, über diesen Supermarktkassen-Witz lachen höchstens noch ein paar Omis, oder?

 

Und jetzt?

Denn: Sex wird mittlerweile in allen möglichen Spielarten akzeptiert: von allein-mit-sich über hetero und gleichgeschlechtlich bis polyamor —  alles kein Thema. Auch die einbezogenen Körperteile, die akzeptiert werden, haben sich vermehrt, bis hin zu auch etwas unappetitlichen Varianten (angeblich in 30-40% der Schlafzimmer…), die allenfalls ein Achselzucken hervorrufen. “Wenn’s denn glücklich macht…”. Alles in allem scheint sich durchgesetzt zu haben: Was möglich ist, ist auch OK.

Beziehungsweise, was heißt eigentlich “akzeptiert”! Sich über irgendwas aufzuregen, was mit Sex zu tun hat, ist, im Gegenteil, sogar “Pfui!”.

Da ist nämlich eine große Wandlung passiert: Von der Tabuzone früherer Zeitalter, ist es jetzt deine verdammte Lifestyle-Pflicht, ordentlichen Sex zu haben, und das möglichst oft! Das ist nämlich gesund! Und gesund sein, bzw. gesund leben ist Lifestyle-Gesetz Nummer Eins!

Lifestyle steht natürlich nicht wertfrei im luftleeren Raum, sondern hat mit einem gigantischen Markt und Wirtschaftsfaktor zu tun, der mit seiner Macht dafür sorgt, dass das Geschäft am Laufen bleibt. In das Spektrum gehört Sex genauso wie Super-Food, jede Woche ein neuer Workout-Stil oder alle drei Tage neue Klamotten (möglichst billig) und mit dem SUV in den Bio-Markt fahren, um anschließend bei Aldi die Fertig-Sushi für die Party heute Abend zu kaufen.

 

Sexspielzeug

Die Zutaten zum vorschriftsmäßig “gesunden Sex” kommen natürlich aus demselben kommerziellen “Biotop”.

Und weil auf dem Sektor so viel Kohle verdient werden kann, ist die gute alte “Handarbeit” definitiv nicht mehr nötig. Nicht nur das, das folgende Zitat scheint zu stimmen:

“Was man allein macht, wird… immer stärker technisiert, vom Porno aus dem Netz bis hin zu Gadgets wie vernetzten Vibratoren.”

Da Roboter im weitesten Sinne in die Rubrik Sex-Spielzeug einsortiert werden können, habe ich versucht mich entsprechend von “unten nach oben” vorzuarbeiten.

Start der Recherche war also bei den Hilfsmitteln, oder Sexspielzeug, wie der gegenwärtig gebräuchliche Ausdruck lautet.

Das aller-banalste sind Vibratoren oder elektrische Dildos; die werden schon seit geraumer Zeit in Hausfrauen-Katalogen und seit Neuestem auch im Drogerie-Markt angeboten. In den einschlägigen Läden bzw. Internet-Portalen geht es dann natürlich erst recht zur Sache. Das Angebot ist gigantisch!

 

“Mother’s little helper”

Natürlich bin ich, wie die meisten Mitmenschen auch, schon oft an irgendwelcher Werbung für Sexspielzeug vorbeigekommen. Wenn man aber mal bewusst recherchiert, was es alles gibt, kann man schon beeindruckt sein, bzw. sich rettungslos “old school” fühlen: dieses Riesen-Angebot an allen möglichen und unmöglichen Rubbel-, Zitter-, Hampel-  und Vibriermaschinen: von der

Klitorisklemme (Autsch!), über Sitzvibrator, Nippelsauger mit Vakuumwirkung, vibrierendem Schamlippenspreizer, den Perlenvibrator “Orgasmic Rabbit”, oder sogar Kamera-Vibratoren (besondere Leistung: aufladbar), die beim Vibrieren ‑ egal, ob allein oder zu mehreren ‑ gleich dein Innenleben filmen und auf mehreren Bildschirmen inklusive Netzverbreitung sichtbar machen können (hoffentlich durchs Vibrieren nicht zu sehr verwackelt), bis hin zu einem Auflege-Vibrator, der verspricht: “…er wird dich in den 7. Himmel vibrieren.”, oder Maschinen mit ganz vielen kleinen Zungen, die an einem herumschlappen.

Oder wie wär’s mit dem Musikvibrator: “Genieße Musik mal ganz anders, der neue XXX 3.0 vibriert im Rhythmus der Musik. Lässt sich aber auch so verwenden.” Was für Musik und welche Phonstärke, wird leider nicht dazugesagt.

Und dann gäb’s noch den “XXX Pro Nippelsauger” mit Vakuumwirkung (vom Staubsauger abgekupfert?) oder ein Ding mit um 360 Grad rotierendem Massagekopf, in 2 Richtungen drehbar (Ob’s eine Küchenmaschine auch tun würde?)

So richtig beeindruckt bin ich von der “Panty mit Vibro-Ei: vibrierender Schlüpfer mit AA-Batterien“. Über die Geräusch-Intensität steht nix dabei und, entsprechend, auch nix darüber, was passiert, wenn das Ding mal ungefragt losgeht, während man im Supermarkt an der Kasse ansteht.

Wenn unsere Mütter und Großmütter den Inhalt ihrer Handtaschen mit demjenigen unserer heutigen Täschchen, Clutches und Rucksäcke vergleichen würden, wären sie wahrscheinlich ein bisschen erschüttert (oder vielleicht auch nicht…): Neben Lippenstift und Eyeliner, Kaffeebecher und Handy finden sich in den 2017er Taschen auch diverse Sex-Gismos wie Handtaschen-Dildos, allerlei Vibriermaschinchen und Bluetooth-Gadgets, damit wir nicht nur im Schlafzimmer, sondern selbst außer Haus in den alltäglichsten Situationen nicht auf schnelle Befriedigung nebenbei verzichten müssen.

vorher…

Ein schneller Orgasmus im Büro hilft d

…nachher

en Stress abzubauen, und mit einem vibrierenden Schlüpfer

ist selbst in der U-Bahn oder beim Schlange-Stehen einiges an Entspannung möglich.

 

Männerspielzeug

Während wir Frauen uns mit allerlei abstrakten Gegenständen begnügen müssen, die teilweise aus dem Küchenmaschinen-Sortiment ‑ Schaumschläger, Spülbürsten, Staubsauger & Co ‑ entlehnt scheinen, gibt es für Männer solcherlei technisches Gerät eher sparsamer, auch wenn das Gegenteil behauptet wird. Es dreht sich im Grunde hauptsächlich um entweder die Unterstützung oder Stimulation der berühmten Manneskraft, wie Potenzringe, oder diverse Eindring-, Quetsch- und Popelinstrumente, wahlweise mit oder ohne Vibration, mit oder ohne Elektrik, und sowohl für Heteros als auch für Homos.

Jenseits der Anschub-Stimulierung, werden, im Vergleich zur Damen-Verwöhnung, bedeutend häufiger Hilfsmittel angeboten, die versuchen Menschen zu simulieren, entweder komplett, wie z.B. die “geile Lieselotte: Realistische Liebespuppe — 170 cm Liebe, Lust und Leidenschaft für dich! Die scharfe Lieselotte wartet nicht nur in Lebensgröße auf dich — sie verführt dich auch mit realistischen Brüsten, Vagina und Anus!”

 

Für echte Fans und Follower gibt es sogar Simulatoren, für die eine echte Frau Modell gestanden bzw. gesessen oder gelegen oder was immer hat: “Masturbator in bester Qualität …. XXX hat hier Modell gestanden und dem Liebestunnel seine unverwechselbare Form gegeben! Inkl. Gleitmittel!”. Die solcherart verewigten Models entstammen in der Regel der Pornofilm-Branche, die auf die Weise, quasi durch die Hintertür, noch ein bisschen Marketing abkriegt.

Wer ganz effizient zu Werke gehen will, kann auch einfach nur die benötigten Körperteile kaufen. “super reale Taschenmuschis mit unterschiedlichen intensiv stimulierenden Innenleben”. Vagina, Anus, Mund — einzeln oder als Kombi zu kaufen. Bei den kompletten Gummi-Freundinnen ‑ Freunde gibt es auch, sind aber eher selten ‑ kann man bei vielen Modellen Popoloch und Scheide zum Saubermachen rausnehmen. Praktisch!

Wenn ich mir das vorstelle: Da kommt mit der Post so ein diskretes Paket, man packt aus, und es starrt einem aus dem Karton heraus ein Popoloch an… Das erinnert mich irgendwie an “Dschungelcamp”, wo die Probanden Kamel-Vaginas, Schweine-Anusse – korrekt heißt es Ani ‑ oder Straußen-Penisse essen müssen …

Für Frauen scheint es verglichen mit dieser Auswahl lediglich den guten alten Dildo / Vibrator zu geben. Als technische Weiterentwicklung allerdings – das soll nicht verschwiegen werden – befestigt auf einer Stoß- und Ruckelmaschine zu erwerben. Das war’s dann aber auch.

Wie auch immer, welchen Schluss kann man eigentlich daraus ziehen, dass Männern so viel Realismus-Simulation angeboten wird?

Meine persönliche Erklärung (bitte nicht verallgemeinern): Entweder Männer haben nicht so viel Fantasie wie Frauen und müssen genau gezeigt kriegen, um was es geht, oder: Frauen ist es wurscht, ob ein Mann oder eine “Küchenmaschine” an ihr herumzuppelt.

 

Sexpuppen

Bleiben wir bei der Sexpuppe. Mit der tun wir dann auch schon einen Schritt in Richtung Roboter. Oder?

Bevor ich mit meiner Recherche anfing, hatte ich von einer Sexpuppe noch die gängige Vorstellung von diesem quietschenden Gummiding mit gespreizten Wabbelbeinen, ständig weit aufgerissenem Mund und blutroten wulstigen Gummilippen…

Ja, die gibt’s auch noch, für 19,95 €. Wobei selbst die 19,95€-PVC-Tanten in der Werbung noch als “realistisch” bezeichnet werden. Aber wer etwas mehr anlegt, kann schon fast “künstliche Frauen” kaufen. Wobei man sich allerdings darüber klar sein muss, dass der Realismus sich im Wesentlichen auf die zur Verwendung gedachten Körperteile bezieht. Auf den Rest, z.B. Beine oder Augen, etc. wird dann nicht so viel Wert gelegt. So gibt es auch eine, die bei aller Realistik winzig kurze kleine Beinchen hat mit nur noch angedeuteten Füßchen.

Aber einen etwas traurigen Nimbus hat die Sexpuppe auch: Es riecht nach Einsamkeit. Und das ist heute peinlicher als seltsame Sexgewohnheiten.

 

Roboter

Wie ist das aber, wenn die Sexpuppe plötzlich richtig – oder scheinbar ‑ denken und korrekt reagieren kann?

Meine eigene erste “Begegnung” mit einem Sex-Roboter ist schon lange her: in Isaac Asimovs 1976 veröffentlichter und später verfilmter Geschichte vom “Bicentennial Man” wird Roboter Andrew 200 Jahre alt und entwickelt sich von der “einfachen” positronischen Maschine zu einem richtigen künstlichen Menschen, der sogar Gefühle hat und schließlich seine Besitzerin heiratet.

Asimov ist natürlich kein Einzelfall. In Literatur und Film ist das alles schon dagewesen, wie z.B. im Film «AI – Artificial Intelligence» von Steven Spielberg aus dem Jahre 2001 oder Lars Lundströms arte-Serie “Real Humans”, in der es auch ein Bordell mit Roboter-Prostituierten gibt. Und dann natürlich unser Freund Data aus “Star Trek”, der zwar wichtigere Aufgaben hat als schnöden Sex, aber gewisse Anklänge konnten sich selbst die prüden amerikanischen Schöpfer der Figur nicht verkneifen.

Aber das ist natürlich alles Science Fiction.

Oder sind wir heute vielleicht schon mitten drin in der Science Fiction? Auto-Roboter, Staubsaug- und Rasenmäh-Roboter, Fabrik- und Arbeits-Roboter… mittlerweile völlig normal und bringt niemand mehr ums seelische Gleichgewicht.

Und in den Medien ist robotischer, virtual reality-Sex schon längst Thema, wie z.B. jüngst in der Spiegel-Serie “Sex der Zukunft”.

Was gibt es denn da so alles?

 

Sex-Technologie: VR – “Virtual Reality”

Eigentlich kennen wir das schon aus der guten alten “Enterprise”. Nein, nicht die mit Capt’n Kirk aus den 1960er Jahren, sondern die  “next generation” mit Capt’n Picard und dem Androiden “Data”. Dort konnte man zur Erholung im Holo-Deck verschwinden. Aber das war natürlich Fantasie, und es gibt auch keine “Star Trek”-Folge, in der der Holodeck-User Sex gehabt hätte — eigentlich ziemlich weltfremd.

Aber wir müssen nicht bis zum Jahr “zweitausend-vierhundert-ix” warten. VR gibt’s schon.

Allerdings ist auf tatsächliche heutige VR, bzw. das, was so genannt wird, z.B. der “Spiegel” nicht besonders gut zu sprechen. Es wird eine App beschrieben, die sich “VR-Titties” nennt. Das scheint nix anderes zu sein als ein besserer Porno-Film, bietet also vor allem optische Reize. Unterschied zum “normalen” Porno-Film: In der App ist der User nicht passiver Beobachter der Filmhandlung, sondern spielt quasi mit. Allerdings wirklich nur quasi, denn Haptik, also das wirkliche “Berühren der Figüren”, gibt’s nicht. So sehen denn auch User dieser App von außen so aus wie Leute mit Asperger-Syndrom. Auch nicht gerade userfreundlich: viele Grafikfehler (“Wenn sie ihren Mund aufreißt, sieht sie aus wie ein Alien”(Spiegel)) und häufiges Abstürzen.

Und schließlich die VR-Brillen, die für solch einen Mitspiel-Porno benötigt werden, sind noch viel zu schwer und klobig, um Echtheit simulieren zu können. Wie sehr es einen stimuliert, wenn man mit so einer “Gesichts-Hantel” beschwert ist, weiß ich nicht.

Wenn man den Blickwinkel von der noch etwas bollerigen Technik abwendet hin zu möglichen Verwendungszwecken, so wird das Bild schon optimistischer. Aufklärungsarbeit, Hilfe für Psychologen: alles denkbar. ― Erinnert mich aber auch ein bisschen an die Erfindung der Teflon-Bratpfanne. Die war ein Nebenprodukt der Raumfahrt. — VR-Apps als Nebenprodukt der VR-Sex-Industrie?

Aber wir müssen natürlich etwas in die Zukunft denken. Da entwickelt sich schließlich so einiges, und die Geschwindigkeit nimmt exponentiell zu. Der britische Zukunftsforscher Dr. Ian Pearson z.B. ist sich sicher, dass die Art und Weise wie der Homo Sapiens Sex hat, sich durch die neuen Technologien grundstürzend verändern wird.

 

Gummi-Emma ― Roboter — Android?

Im Jahr 2017 kann man immerhin für knapp 10.000 € das Modell “Roxxxy” der Firma True Companion kaufen, das angeblich echte künstliche Intelligenz liefert. Auf demselben Markt ist die Firma Real Doll unterwegs.

Ein True Companion-Demo-Filmchen von knapp 10 Minuten stellt “Roxxxy” vor: Da sitzt ein eindeutig als solches erkennbares Gummi-Wesen breitbeinig auf einem Sofa neben dem Moderator. “Sie” trägt Straps-Strümpfe und einen sexy Morgenrock oder Negligé. Ihre Hände mit blutrot gefärbten Fingernägeln ruhen während der gesamten 10 Minuten bewegungslos auf den Kissen rechts und links von ihr. Ihr Haar ist blond (klar!), und sie wendet ihr Gesicht, ebenfalls bewegungslos, auf einem Bulldoggen-Hals dem Moderator zu. Dieser muss, um mit “Roxxxy” kommunizieren zu können, ein Headset tragen. Wenn “Roxxxy” spricht – ja, das kann sie! – bewegt sich ausschließlich der Mund in einem ansonsten bewegungslosen Gesicht. — Wie eine Kasper-Puppe.

Welche sexuellen Dienste, genau, “Roxxxy” zu bieten hat, wird – vielleicht aus gutem Grund? – nicht weiter erläutert. Stattdessen wird angepriesen, dass man ihr Äußeres in ix Varianten bestellen kann, dass sie verschiedene Stimmungen darstellen kann und ein “Portfolio” von verschiedenen Persönlichkeiten bereithält.

Naja…

 

Wie ist das denn nun?

Sex-Spielzeug, inklusive Sex-Puppen, sind bei genauerer Betrachtung mechanische, haptische Hilfsmittel zur Selbstbefriedigung. Heute auch teilweise mit Elektronik drin. Aber “so what”: Wir benutzen eigentlich wie eh und je Gegenstände, um uns entweder selbst oder gegenseitig zu berühren, zu reizen und zu befriedigen. Sie sind nur technischer und kosten mehr. (Was bringt einen dazu, sich für 10.000 € eine “Roxxxy” zu kaufen?)

VR-Medien berühren uns nicht physisch, sondern da läuft die Erregung über den optischen Eindruck ins Kopfkino. Den Rest erledigt unsere Fantasie. — Mit Robotik hat das wenig zu tun.

Dann wird es da eines Tages vielleicht aber wirklich Androiden geben. Nicht wenige Wissenschaftler oder sonstige Experten sind davon überzeugt. Spätestens 2050: künstliche Menschen, die nicht nur aussehen oder sich anfühlen wie echte Menschen (Lars Lundström nennt sie “Hubots”), sondern die auch individuell reagieren können, die lernen und – vielleicht sogar das – fühlen. Und Mr. Pearson glaubt, dass dann Sex mit Robotern häufiger sein wird als mit menschlichen Partnern.

 

Sind das dann noch Sex-Spielzeuge?

Wenn die Simulation eines Partners so echt ist, dass die Illusion eines echten Menschen entsteht, ist eine solche Maschine dann noch vergleichbar mit Masturbations- oder/und Stimulations-Gadgets? Oder erscheint der Android seinem User vielleicht wie ein wirklicher Partner? Will er dann überhaupt noch Sex mit ihm? Der Einsame, der Schüchterne, der Autist hat vor einem solchen Wesen vielleicht Angst?

Andere befürchten, wenn derartige künstliche Menschen einen Partner einerseits lebensecht simulieren, aber andererseits absolut null eigenen Willen haben und mit sich machen lassen – oder auch proaktiv selbst machen ‑, auf was immer der Besitzer gerade Lust hat… dass dadurch das psychologische Grundgerüst menschlicher Beziehungen zerstört werden könnte. — Wozu noch die ganze Mühe mit einem richtigen Partner, wenn ich es viel bequemer mit einem Androiden haben kann?

Und dann gibt es wiederum die Befürworter solcher Androiden aus therapeutischen Gründen. Vergewaltiger, Pädophile könnten ihren Trieb dann vielleicht an einem Androiden ausleben und so niemandem im “wirklichen” Leben schaden.

Allerdings: Wenn ein Android ist WIE ein richtiger Mensch: Hat er dann vielleicht Anspruch auf die gleichen oder zumindest ähnliche Rechte wie ein richtiger Mensch? Wie sieht das juristisch aus? — Gegenwärtig wird, z.B., gerade überlegt, ob man selbstfahrende Autos, die einen Unfall verursachen, verklagen kann. 

 

Wie muss man sich das überhaupt im sogenannten “echten” Leben praktisch vorstellen?

Ein Sex-Android wird auch im Jahr 2050 schweinisch teuer sein! Vielleicht teurer als ein Haus… Denn ein richtiger Android ist was anderes als die schmalspur-elektronischen PVC-Mädels und -Buben von heute. — Wer könnte sich so einen künstlichen Freund überhaupt leisten? Vielleicht wird sich durchsetzen, solche Einheiten nicht selbst zu besitzen (außer Milliardäre wie Mr.Trump), sondern allenfalls zu mieten. Aber selbst das wird vielleicht teurer sein als die teuerste Edelnutte?

Vergewaltiger und Pädophile würden Androiden vielleicht auf Krankenkasse – wenn es die dann noch gibt – verschrieben bekommen? Das würde bedeuten, dass sie ihren abartigen Trieb zunächst einmal diagnostiziert bekommen müssten. ― Geht also im Jahr 2050 ein Pädophiler zum Arzt, outet sich und bittet um einen Sex-Androiden auf Kassenrezept?

 

Oder ganz anders…

Es kann natürlich auch sein, dass ich komplett falsch liege. Die Kosten für Androiden werden sich vielleicht ähnlich entwickeln wie die Kosten für Computer: Heute hat jeder ein Handy mit einer Leistungsfähigkeit, die diejenige von Großrechnern vor dreißig Jahren um ein Mehrfaches übertrifft. Und bezahlen kann man die Dinger auch.

Dann könnte jeder sich einen Androiden leisten, so wie heute ein Handy.

Und selbst die Sex-Gewohnheiten und das, was von der Gesellschaft akzeptiert wird, könnte sich natürlich so stark verändern wie unsere heutigen Ansichten sich von solchen von vor dreißig oder gar fünfzig Jahren unterscheiden.

Dann griffe womöglich eine andere Idee: Der technisch optimierte Sex samt der ihn umgebenden Erlebniswelt wird der Natur weit überlegen sein. Empfindungen, Erfahrungen so extrem fantastisch und wunderbar, dass nicht nur die eigene Fantasie nicht mehr mitkommt – die wird von der Technik vorgestanzt ‑ , sondern überhaupt, siehe oben: Wer braucht dann noch echte Menschen als Partner? Aber das wird dann, anders als die Befürchtungen oben, nichts Bedrohliches sein, sondern völlig normal…

 

Also?

Ich bin zu keinem Schluss gekommen, weiß nicht, ob ich für oder gegen Sex-Roboter bin. Außer, dass ich, wenn ich einen träfe, ihn ziemlich wahrscheinlich  als spannendes Experiment und aus Neugier zumindest ausprobieren würde. Aber ob ansonsten die Voraussagen der Experten zur schönen gefühls- und empfindungs-optimierten neuen Welt eintreffen werden… wer weiß das schon wirklich.

In der “Parallelwelt”  jedenfalls ist im Jahr 2089 die Technologie in Amerika weit davon entfernt, Androiden herstellen zu können, geschweige denn bezahlbare. — In Saxxan wäre es möglich. Aber davon mehr erst in Band/Staffel 3.

Und dann gibt es noch… Nee, das wird noch nicht verraten!

 

Leipzig, Leipzig!

Wow, war das klasse! Nicht, dass ich zum ersten Mal auf einer Buchmesse gewesen wäre… Aber Leipzig war eine Premiere — in mancherlei Hinsicht….

Falls der geschätzte Leser übrigens an den folgenden Text die Erwartung stellt, einen ausführlichen Bericht über die großen Publikumsverlage, Preisverleihungen und Promi-Auftritte zu bekommen, dann kann er oder sie gleich aufhören zu lesen. Das wird so extensiv in allen Medien abgenudelt, dass ich da „gerade noch gefehlt“ habe!

Mich interessierten mehr die kleinen, fast persönlichen Aspekte.

In eigener Sache

Denn: dieses Mal war ich komplett in eigener Sache unterwegs. Nicht für einen Arbeitgeber oder als „simpler“ interessierter Leser… nee, ich als Autorin habe versucht, und durchaus erfolgreich, die Szene einzuatmen, Kontakte zu machen, zu lernen, Ideen und Impulse zu bekommen.

Die Idee, auf die Buchmesse zu fahren, hatte ich natürlich nicht alleine. 2017 ist laut Statistik der Besucherrekord erneut geknackt worden. Ich war eine von 285.000 (zweihundert-fünfundachtzig-tausend). Und die meisten von denen dürften am Samstag dagewesen sein.

 

Mit allen nur denkbaren Begleiterscheinungen, z.B. das leidige Problem mit den Damen-Toiletten. Wann kommt endlich einmal ein Bauherr/Architekt auf die Idee, mindestens doppelt so viele Damentoiletten wie Herren-Anstalten zu bauen?! An einer dieser Einrichtungen standen geschätzt hundert Frauen vor zehn Toiletten Schlange! Etwas günstiger war das Verhältnis im Freigelände. Dort waren Container-Toiletten aufgestellt. Allerdings hatten die ein anderes Problem: Die einzelnen Zellen waren so eng, dass ich keine Ahnung habe, wie eine etwas fülligere Kollegin da drin klargekommen ist! Mit entsprechend genervtem Gesicht tauchte sie aus dem schmalen Ausgangs-Türspalt auch wieder auf.

 

Taschenkontrolle

Und dann die Taschenkontrollen am Eingang! Zum ersten Mal, wie die Journaille informiert. Schwarzkostümierte, stramme Jungs, durchaus ganz freundlich, nahmen absolut jeden Gegenstand aus den Mappen, Rucksäcken und Behältnissen in Augenschein. Ob Schreibutensilien, Kosmetik, Elektronik oder Nasentropfen. — Ob ein ernsthaft konstruierter und geplanter Angriffs-Gegenstand dabei nicht doch durchgerutscht wäre…?

 

Handys und Schnitzeljagd

Die Infrastruktur der Messe ist auch noch nicht vollständig im Handy-Zeitalter angekommen. Das Netz brach alle Nasen lang zusammen, und Verabredungen per Handy wuchsen sich zu Schnitzeljagden aus! Hier ein kleiner Auszug:

Der erste Tag, Donnerstag, war übrigens der schönste. Da waren, verglichen mit den Folgetagen, nur ein paar wenige Besucher da, und entsprechend viel Zeit hatten die Aussteller für die paar Interessierten.

 

Verlage

Mich haben speziell interessiert kleine bis ganz kleine Verlage. Die waren „massenhaft“ vertreten, sogar eine einzelne Autorin – Kathrin Schröder – hatte ihren eigenen Stand und erzählte aus ihrem Autorendasein. ― Oder ein anderer „Kleinstverlag“: Zwei sympathische Mitglieder gaben bereitwillig Auskunft über ihre Arbeit: dass sie keine Geschäftsräume haben, sondern alles aus dem „Wohnzimmer“ heraus machen.― Insgesamt eine hochverdichtete Kommunikations-Atmosphäre, in der man die Kreativität fast mit Händen greifen konnte!

Aber eine Formel „Großverlag = arrogant / Kleinverlag = nett“ gibt es natürlich auch nicht. Am Stand eines kleineren Verlages war nix mit Kommunikation, geschweige denn auf die Standbesucher zugehen… Die Initiative musste schon der Besucher leisten! Und auf eine Frage war eine einsilbige Antwort schon das „Premium“-Entgegenkommen. Gleich danach wieder komatöse Passivität, und der Blick stramm in die Unendlichkeit gerichtet, anstatt in Richtung des Besuchers, der daraus natürlich die Botschaft ablas: „Lass mich doch in Ruhe!“ — Das Standgeld: eigentlich verschwendet!

Autoren und Lesungen

Bei etlichen hatte ich kurze Touchdowns, zu mehr reichte es einfach nicht, dann wurde man schon weitergespült. Obwohl dieser Aspekt für mich sehr wichtig ist, denn ich habe noch zu lernen! Einen ganz wichtigen Punkt habe ich trotz der Touchdowns wohl geschnallt: Man muss von seinem Text überzeugt sein! Und: Man muss im Dialog, und sei es nur Blickkontakt, mit dem Publikum stehen. — Bei einer Lesung habe ich mich offenbar so sichtbar über den humorigen Text amüsiert, dass, erstens, die Verlagsmitarbeiterin mitlachte (allerdings verhalten, aber vorher sah sie auch aus, als mache sie gerade eine Zitronendiät), und im Gefolge auch der lesende Autor geschmeichelt grinste und sich spürbar entspannte.

Ganz toll hat mir gefallen die Lesung der Kinderbuch-Autorin Suza Kolb („die Haferhorde“). Und nicht nur mir: ihr größtenteils minderjähriges Publikum hing an ihren Lippen.

 

Signierstunden

Samstag Nachmittag war überall Autoren-Signierstunde. Das war beeindruckend bis unglaublich, was die Autogrammsammler da teilweise auf sich nahmen: Schlangen von geschätzt zweihundert Leuten wälzten sich wie „Lawinen“ durch das Gewimmel, das ohnehin herrschte! ― Es gab natürlich auch das andere Extrem: Autoren, die tapfer und mit gezücktem, aber tatenlosem Schreibgerät in die Leere vor dem Stand hinein lächelten. Unsere passiven „Freunde“ von oben waren übrigens auch in der Gruppe. Zufall?

 

Selfpublisher

Gut besucht und umlagert waren Amazon und BoD – Stichwort „Selfpublisher“ – mit ihren diversen Veranstaltungen. Interessant, was der Autor Alexander Schuller („Shalom Berlin“, Amazon) seinem Publikum an Körperbeherrschung zutraute: „Lehnen Sie sich zurück und hören Sie entspannt zu…“). ― Bei den Sitzgelegenheiten, Papphöckerchen, Maße ca. 30 x 30 cm (s. Bild), eine echte Herausforderung. Aber ansonsten hat es ganz offensichtlich gefallen.

Überhaupt, Selfpublisher: Aus dem Halbdunkel des Minderwertigen, Erfolglosen dürften sie nun endgültig herausgetreten sein. Verlagsautor ist nicht mehr die einzige „ehrenhafte“ Möglichkeit, seine Texte an die Öffentlichkeit zu bringen. Und von wegen Professionalität! Da können einige „richtige“ Verlage sich zum Teil ein dickes Stück abschneiden, nicht nur was Textqualität betrifft, sondern ebenso Effizienz, Kostenbeherrschung und, auch das, Marketing.

 

Manga-Comic Con

War organisatorisch Teil der Buchmesse mit eigener Halle (Halle 1). Aber die Cosplayer mit ihren irren Kostümen waren auf der ganzen Messe zu sehen und waren definitiv ihr Augen-Highlight. Ich habe übrigens jeden der hier Abgelichteten, dessen Gesicht man erkennen kann, um Erlaubnis gefragt.

Nicht alle können sich unter dem Namen was vorstellen, deshalb hier ein Wikipedia-Zitat:

Cosplay (japanisch コスプレ, kosupure) ist ein japanischer Verkleidungstrend, der in den 1990er Jahren mit dem Manga– und Animeboom auch in die USA und nach Europa kam. Beim Cosplay stellt der Teilnehmer eine Figur – aus Manga, Anime, Comic, Film oder Computerspiel – durch Kostüm und Verhalten möglichst originalgetreu dar.

Der Begriff Cosplay, das japanische Portmanteauwort (auch Schachtelwort oder Kofferwort genannt, ist ein Kunstwort, das aus mindestens zwei morphologisch überlappenden Wörtern entstanden ist, die zu einem inhaltlich neuen Begriff verschmolzen sind.) aus den englischen Begriffen costume und play (frei übersetzt „Kostümspiel“), wurde von Nobuyuki Takahashi geprägt, dem Gründer des japanischen Verlages Studio Hard. Takahashi verwendete seine Neuschöpfung erstmals im Juni 1983 in einem Artikel für die Zeitschrift „My Anime“

 

 Mit einigen kam man auch ins Gespräch. So erfuhr ich von einer „Prinzessin“, dass sie ihre Kostüme nicht nur selber näht, sondern sogar jeden Tag mit einem anderen Outfit auf der Messe ist.

Und es waren nicht nur „Prinzessinnen“, „Elben“ und „Helden“. Da hatten manche auch richtig Mut zur Komik!

Im Nachklapp kann man übrigens lesen, dass nicht alle so begeistert davon waren, dass beispielsweise bei ernsten Interviews, in denen es um große Probleme ging, im Hintergrund „halbnackte Hasen und düstere Ritter mit Riesenschwertern“ (MDR) durchs Bild liefen.

Ja, was soll man dazu sagen… In Deutschland war es immer schon verdächtig, etwas Humor und Lockerheit an den Tag zu legen, und in Verbindung mit „ernsten“ Themen… also, das geht ja gar nicht!

 

 

 

Verkehrschaos?

Das in den Medien propagierte „Verkehrschaos“ habe ich persönlich nicht so empfunden. Natürlich kann man nicht erwarten, dass die Autos von zweihunderttausend Besuchern alle auf einem kleinen „Gartengrundstück“ Platz haben. Klar waren die regulären Parkplätze schnell voll, vor allem am Samstag. Aber dann wurden die Zusatz-Areale aktiviert: große Wiesen gleich nebenan, entlang der Messeallee. Und da kam nun wirklich auch die letzte „Karre“ noch unter.

Die Wege bis zu den Messehallen waren von dahinten natürlich etwas weiter, aber das wurde tapfer und gutgelaunt abgelatscht, auch von den Trägerinnen schwindelerregender Highheels. Nur mein rechtes Knie war am Ende der Messe böse mit mir!

Und das vermeintliche „Chaos“ wurde effektiv von Polizeiautos in Schach gehalten. An allen neuralgischen Punkten standen sie, und ihre Megafone dröhnten vermutlich bis in die Leipziger Innenstadt rein. „Rächts einordnen! Rächts Rächts Rächts!“ und: „Da blaaue Mazda, für Sie gilt des aach!“

Beim Rausfahren schließlich der Höhepunkt an Disziplin: Viermal gestaffeltes Reißverschluss-Verfahren – hat astrein geklappt!

Falls ich nur Glück gehabt haben sollte: Bittesehr, Gegendarstellung willkommen!

 

…Und dann noch Leipzig

Zum Abschied haben wir uns noch zwei Stunden Innenstadt geleistet, mehr war nicht drin. Leider! Ein kleiner Rundgang durch den Stadtkern mit Augenschmaus-Jugendstilhäusern (In Leipzig waren 1945 noch 60% der Gebäude aus der Gründerzeit erhalten und sind jetzt klasse saniert!): Nikolaistraße bis zur Nikolaikirche – ihr wisst schon: die Montagsdemonstrationen -, Grimmaische Straße, vorbei an Goethedenkmal und Rathaus, durch Klostergasse und Barfußgässchen, bis zum „Museum in der Runden Ecke – Gedenkstätte“. — Man kann auch sagen: Stasi-Museum. Das haben wir uns natürlich auch noch gegeben. Und hat sich absolut gelohnt!

 

 

 

Tschüss, Leipzig — bis zum nächsten Mal!

Am Horizont winkt 2089!

Amnesty International hat dieser Tage seinen Report 2016/17 veröffentlicht und einleitend festgestellt, dass die Welt im Jahr 2016 düsterer, unsicherer und instabiler geworden ist.

Ich habe mir den Report genauer angesehen und muss schlucken: Er ist eine beklemmende Aufzählung aller nur denkbarer Ungeheuerlicheiten! Man kann kaum glauben, dass von unserem Planeten die Rede ist! — Beziehungsweise habe ich fast das – beängstigende – Gefühl, in meinen Roman katapultiert worden zu sein…

Eine Sprache des Hasses durchzieht weite Teile Europas und der USA, sagt AI: Fremdenfeindlichkeit, Frauenhass, Populismus! Dabei ist Donald Trumps giftspritzende Wahlkampf-Rhetorik eigentlich nur ein besonders krasses Beispiel für den globalen Trend hin zu übelwollender Politik, die das Trennende über das Verbindende stellt.

„In der ganzen Welt setzten Anführer und Politiker beim Kampf um die Macht auf das Fördern von Angst und Zwist, indem sie ihren Wählern den „bösen Anderen“ vor Augen halten, der ihnen – real oder eingebildet – schaden will!“ ( „Across the world, leaders and politicians wagered their future power on narratives of fear and disunity, pinning blame on the “other” for the real or manufactured grievances of the electorate.“)

Wohin das führt? — Zur Aushöhlung der Demokratie:
Nicht nur in der Türkei, sondern sogar innerhalb der EU, – Polen, Ungarn, Rumänien – wird fleißig an der Aufweichung der Gewaltenteilung gearbeitet.

„Anschuldigungen, Verängstigung und das Anprangern von Sündenböcken — das sind die Methoden derer, die sich die Macht nehmen oder erhalten wollen,und zwar um nahezu jeden Preis“ („…blame, fear and scapegoating, propagated by those who sought to take or cling on to power at almost any cost.“)

Weltweiter Terrorismus und gigantische Flüchtlingsströme spielen dieser Entwicklung noch in die Hände, begleitet von humanitären Katastrophen wie z.B. Hungersnöte:
Während wir uns um immer ausgefeiltere Methoden und Strategien gegen Fettsucht bemühen, gibt es Länder wie Südsudan, Somalia, Nigeria, Jemen, oder, in Asien, Myanmar, Nordkorea, wo die Menschen so wenig zu essen haben, dass sie sterben! (Es gibt sogar Gerüchte über Kannibalismus!)

AI weist darauf hin, dass wir auf dem besten Weg zu Überwachungsstaaten sind: Ausgerechnet Barack Obama hinterlässt ein Erbe, das viele, viele Verletzungen der Menschenrechte beinhaltet, nicht zuletzt durch die Ausweitung geheimer Dronen-Angriffe durch die CIA und die Entwicklung einer gigantischen Massen-Überwachungs-Maschine, wie sie der Whistleblower Edward Snowden enthüllt hat.

All diese fatalen Tendenzen gefährden die internationalen Beziehungen. Donald Trumps Äußerungen deuteten bereits in seinem Wahlkampf auf eine Politik hin, die multilaterale Zusammenarbeit drastisch herunterfahren und uns in eine neue Ära führen wird, die von größerer Instabilität und gegenseitigem Misstrauen geprägt sein wird.

Am Ende der Schauer-Spirale stehen Kriege und widerliche Menschen-Abschlachterei:
im Süd-Sudan, Jemen, inklusive militärischer Angriffe auf die eigene Bevölkerung , in Syrien, und wo-nicht-noch-alles!

„Sudan’s President Omar al-Bashir roamed the continent freely and with impunity while his government dropped chemical weapons on its own people in Darfur.“

Gesellschaft, Umwelt, Wohlstand, Gesundheit, Schutz und Sicherheit, Menschenrechte… scheint alles immer schlechter zu werden!

Worauf läuft das alles hinaus? Nimmt der Bericht von Amnesty International die Szenerie von „Parallelwelt 520“ vorweg?
Es wäre besser, wenn wir das verhindern würden!

 

Wie weit ist es bis Great Mines?

In Band 5 geht es u.a. um die Energie-Ressourcen des ausgehenden Jahrhunderts.

Fossile Energieträger wie Erdöl, Erdgas, Kohle & Co werden in relativ absehbarer Zukunft komplett aufgebraucht sein. Alle-Alle!
Das weiß mittlerweile auch der letzte Stammtischbruder!

Und deswegen – nicht nur wegen der Umwelt – arbeiten Forschung und Industrie wie verrückt daran, zumindest Autos nicht mehr mit Erdöl (Benzin oder Diesel) fahren zu lassen — höchstens noch die Kraftwerke, die den Strom zum Fahren liefern.

Trotz des Wissens sind Elektroautos noch immer nicht Standard. Freilich, die Auto-Elektronik macht gigantische Fortschritte. Dass wir demnächst in einem fahrenden Roboter sitzen werden, ist absehbar. — Aber die Energiequelle der meisten Autos ist immer noch dieselbe wie zu Zeiten Henry Fords.

Aber wie, genau, wäre es eigentlich, wenn nun wirklich, sagen wir, 2020 die letzte Ölquelle versiegen würde?

Ich habe versucht mir das vorzustellen…

Es würde vielleicht damit beginnen, dass die ohnehin schon hohen Treibstoffpreise in schwindelnde Höhen schießen würden! Das könnten sich nicht mehr alle leisten, so dass die Verkehrsdichte, über die wir uns heute so nerven, wahrscheinlich abnehmen würde…

Der Druck, auf Elektroautos umzusteigen, wäre enorm!

Aber wie weit wären Elektroautos entwickelt? Wären sie ein eins-zu-eins oder sogar besserer Ersatz für die ollen Benzin- und Dieselkaleschen? Oder wäre es denkbar, dass die Gesamtentwicklung der Elektroantriebs-Technologie noch hinterherhinken würde? Viele verschiedene Modelle und Standards… unterschiedliche Technologien… zu dünne Abdeckung des Versorgungsnetzes…
Und was würde es kosten?

Wie mobil wären wir noch, wenn ein Elektroauto schweinisch teuer wäre… wenn man jede Fahrt genau planen müsste, um nicht irgendwo im Versorgungs-Nirwana liegenzubleiben?

Woher würde der elektrische Strom kommen, mit dem die vielleicht noch nicht ganz ausgereiften Elektroautos betrieben würden? Atomkraftwerke? Was, wenn die in den nächsten dreißig, vierzig Jahren nach und nach heruntergefahren würden — zum einen, weil immer öfter was passiert (New York: „Indian Point“), oder, zum anderen, weil die Cyber-Hackerei solche Ausmaße angenommen hat, dass kein AKW mehr sicher und störungsfrei betreibbar wäre! Beziehungsweise, weil viele AKWs durch Hackerei schlicht im günstigsten Fall heruntergefahren wurden oder – im GAU – zum Explodieren gebracht würden!

Woher dann die Energie nehmen, wenn nicht stehlen?!!

Wind- und/oder Solarenergie? — Vielleicht. Und: Würde sie ausreichen, um den Bedarf zu decken?

Wenn nicht: Woher kommt der Rest, der so dringend benötigt wird? Vielleicht muss man Mutter Erde dann doch wieder in die Eingeweide gehen und die alten Kohleminen wieder flott machen…

Und schon sind wir in Great Mines…

Bordell-Besichtigungs-Tour

Eine Foto-Safari der besonderen Art habe ich Montag Abend gemacht. Und es ist wirklich von Vorteil, wenn man Taxler und/oder Bauamts-Mitarbeiter kennt…
So konnte ich die Puffs unserer Stadt abklappern.
Warum das denn?!
Weil ich für Band 6 ein Foto von der Außenfassade eines Bordells brauche.
Es sollte möglichst ein Backsteinbau sein. Und natürlich mit irgendwas Rotem in den Fenstern. Und: möglichst heruntergekommen aussehen.

So richtig von Erfolg gekrönt war das Projekt nicht.

 

In unserer Stadt gibt es kaum Backstein-Häuser. Das war mir vorher gar nicht bewusst. Und Puffs mit Backstein-Fassade schon gar nicht!
Tatsächlich ist das einzige Backstein-Gebäude mit roter Beleuchtung ein ehemaliges Postamt, und jetzt eine Klinik.

 

 

 

Das bekannteste Puff unserer Stadt hat zwar eine Menge Rot, sieht aber nicht heruntergekommen aus, sondern eher wie etwas, das man an der Küste „Abendfahrt in See“ nennt. Und der Eingang ist auch nicht düster und abweisend wie im Roman, sondern da stehen sie Schlange, und es ist richtig was los. Erinnert fast an einen Kino-Eingang.

Ein paar richtig traurige, öde Etablissements und Buden waren auch zu sehen. Aber die hatten leider erst recht keine Backstein-Fassade.

So ein bisschen befremdlich wirkten wir auf die Angestellten der Puffs wahrscheinlich schon… Bei einem kam gerade ein Mädchen zur Arbeit, als wir vor dem Haus parkten. Sie grüßte uns freundlich und ging rein. Das war’s. Bei einem anderen Etablissement ähnliches, aber ein sehr misstrauischer Blick… Ist ja auch zu verstehen: Passiert sicher nicht so oft, dass jemand rund ums Haus schleicht und alles fotografiert.

Fazit:
Die fotografische Ausbeute war nicht so dolle. Aber eine lustige „Besichtigungstour“ war es allemal.

Die erste Lesung

…hat gut bis sehr gut geklappt, und das trotz etlicher Widrigkeiten!

Zuerst musste der ursprüngliche Termin verschoben werden. Das hat bei so manchen, die ursprünglich kommen wollten, dann nicht mehr geklappt. 😦

Durch die Terminänderung wurde der Flyer viel zu spät fertig. So wurden viele, die vielleicht gerne gekommen wären, erst gar nicht informiert.

Die Location war zwar OK – vielen Dank an die Nachbarschaft Neuhadern e.V. -, aber der Weg war nicht ganz einfach: Von der U-Bahn noch gut 450 Meter in eine Nebenstraße, und von da noch in die Häuserblocks rein. Un das in Dunkelheit (19 Uhr) und bei minus 8 bis 10 Grad.

Und trotzdem sind „mittel-viele“ gekommen!

 

Und wir hatten alle einen schönen Abend. Statt der veranschlagten Stunde haben wir bis etwa 22 Uhr zusammengesessen und haben nach der Lesung tüchtig diskutiert.

 

Beim Diskutieren kam unter anderem heraus, dass in ganz vielen der im Roman beschriebenen Szenarien die reale Wirklichkeit anklingt, nur eben um siebzig Jahre hochgerechnet: Demokratie, Ressourcen, Klima, internationale Beziehungen… u.v.m.
Mehr dazu demnächst.

Parallelwelten

Kennt Ihr noch den Film „Zurück in die Zukunft“ mit Michael J. Fox? Michael reist mit der „Flux Kompensator“-Zeitmaschine in die Vergangenheit und verändert ein Ereignis. Als er in sein Ausgangsjahr zurückkehrt, befindet er sich in einer anderen Welt: Seine Mutter, eine etwas aus dem Leim geratene graue Maus, ist plötzlich hübsch, sein Vater, ein Looser und Underdog, ein erfolgreicher Schriftsteller (sinnigerweise SF).

Das ist nichts anderes als das Konzept der Parallelwelt. Jeder Zustand, jedes noch so kleine Ereignis hat Alternativen, durch die die weitere Entwicklung in der Zeit sich ändert. Je nachdem, wie das Ereignis oder die Entscheidung ausfällt. Und jede dieser Änderungen lässt ein neues Universum entstehen, in dem die Dinge sich leicht bis krass anders entwickeln.

Ein Universum, zum Beispiel, in dem der Mörder von John F. Kennedy beim Abdrücken niesen musste, und dadurch der Mord am Präsidenten nicht stattfand…

Der Gedanke paralleler Welten existiert eigentlich schon seit der Antike, und dieses Konzept ist für Autoren eine tolle Möglichkeit, um Dinge zu beschreiben, die es entweder nicht gibt, oder um der Beweisnot zu entgehen. In einer Parallelwelt ist schließlich alles möglich, bzw. wer kann schon beweisen, ob die Darstellung stimmt oder nicht? Da kann man seiner Fantasie ungeniert freien Lauf lassen.

Bisher war das ein faszinierendes Gedankenspiel.

CERN: Large Hadron Collider (Daniel Dominguez, CERN)

Aber seit ein paar Jahrzehnten ist das anders. Die (Quanten-) Physik beschäftigt sich durchaus realistisch mit Theorien über Parallel-Universen und setzt gar zum Sprung an, sie zu beweisen — zumindest mathematisch.

 

 

Aus allen Weltecken und Fachgebieten tauchen Namen von anerkannten Mathematikern, Quantenphysikern und Philosophen auf, die in dem Thema drin sind, und eine riesige Anzahl von populärwissenschaftlichen Büchern, Blogs, Artikeln berichtet darüber.

Um nur einige wenige berühmte Namen zu nennen:

  • Hugh Everett, der in den 1950er Jahren seine Viele-Welten-Theorie formulierte; 
  • Dieter Zeh, inzwischen emeritierter Professor, weltweit anerkannter Quantentheoretiker: „….Wenn wir diese scheinbar absurde Extrapolation der Quantentheorie [ein einzelnes quantenmechanisches Teilchen (also ein Elektron, Photon, Atom oder auch ein komplexes Molekül) kann gleichzeitig an verschiedenen Orten sein] konsequent fortsetzen, müßte sogar die ganze Welt gleichzeitig in sehr vielen unterschiedlichen Zuständen existieren können.„ 
  • Max Tegmark, Physikprofessor am berühmten Massachusetts Institute of Technology (MIT) mit Schwerpunkt Kosmologie ist zur Zeit wohl am bekanntesten, mit seinem Konzept vom „mathematischen Multiversum“, das vier Ebenen beinhaltet. 
  • Nick Bostrom, Professor, University of Oxford, stellt gar
    Überlegungen an, dass unsere Welt, unser Universum eine Computersimulation ist. — „Matrix“ lässt grüßen.

Wer sich näher mit dem Thema befassen möchte, hier ein interessanter Link:
http://interaktionstheorie.org/multiversum-theorien-eine-uebersicht/

So, nun eine Schleife zurück zur „Parallelwelt 520„. Nach den neuen Multiversum-Theorien gibt es Reafers Welt also vielleicht wirklich irgendwo im Multiversum. Denn der Roman ist ja nicht nur Fantasie, sondern baut auf der Annahme auf, dass eine tatsächliche historische Situation – Frühmittelalter im alten Britannien – sich anders entwickelt hat als wir es kennen.

Allerdings wäre der korrekte Name von Reafers Universum wohl etwas länger. Wenn jeder Augenblick eine neue Wirklichkeit hervorbringt, müsste es korrekterweise wohl heißen: „Paralleluniversum 520, 20. Januar, 16:27:41“ plus Längen- und Breitengrad.

Seite 1 von 2

Präsentiert von WordPress & Theme erstellt von Anders Norén